Tagesstätte

verändert leben

“Wenn es mir schlecht geht, komme ich hierher, dann bekomme ich wieder Mut und Hoffnung. Für mich ist das ANDERS nicht mehr wegzudenken. Hier fühle ich mich zu Hause.”

Gerald, 73 (Name geändert)

Ansprechpartner
Begegnungszentrum

Michael Flügge

m.flugge@jesus-projekt-erfurt.de

Begegnungszentrum Anders

Ein typischer Tagesablauf

Kein Tag ist bei uns wie der andere – und trotzdem werden wir versuchen, euch einen Einblick in unseren Alltag zu geben:

Ganz früh – so gegen 7 Uhr

Im Begegnungszentrum ANDERS ist jeden Tag was los. Schon früh am Morgen, noch bevor der Rote Berg erwacht, kommen die ersten Mitarbeiter ins ANDERS. Manche treffen sich, um den Tag mit Gebet zu starten, andere beginnen ihr Tagwerk mit Büroarbeit oder mit einer Dienstbesprechung.

Für manche noch immer früh – 9 Uhr

Um 9 Uhr kommen dann weitere Mitarbeiter dazu und auch die Teilnehmer aus der Tagesstätte starten. Vereinzelt sieht man jetzt auch schon die ersten Mitarbeiter von bärenstark Erfurt, wie sie sich den Sand aus den Augen reiben. Gemeinsam nehmen wir alle an einer kurzen Andacht teil, die uns für den Tag stärken soll. Danach geht jeder in seinen Arbeitsbereich. In der Holzwerkstatt werden die Maschinen angeschmissen, in der Kerzenwerkstatt die Schmelzgeräte erhitzt und in der Bastelwerkstatt werden heute Glücksbringer gemacht. Das Küchenteam bereitet alles für die Kaffeepause und das Mittagessen vor. Zur Hauswirtschaft gehört auch das Wäsche waschen und das Putzen. Die bärenstarken Mitarbeiter haben einen weiteren Weg – sie gehen zusammen mit den Mitarbeitern aus der Verwaltung eine Etage höher und bereiten sich auf ihre Nachmittags-Programme vor.

Zeit für die erste Pause – 10: 30 Uhr

Endlich Kaffee – es ist halb Elf. Im großen Saal kommen wir alle zusammen, um Kaffee, Gebäck und etwas Obst aufzutanken. Die Teilnehmer rauchen noch schnell`ne Kippe, danach geht es bis zum Mittagessen um 12.30 Uhr in den Arbeitsbereichen weiter.

Mittagessen – 12:30 Uhr

Manche Teilnehmer aus der Tagesstätte sind ihrer geringen Belastbarkeit wegen nur bis zum Mittagessen bei uns – nach dem Essen gehen sie. Die anderen Teilnehmer beenden ihre Arbeit um 15 Uhr.

Feierabend?! – nach 15 Uhr

Am Nachmittag beginnen dann die Projekte von bärenstark. Zwischen 18 Uhr und 20 Uhr enden die letzten Veranstaltungen. Mittlerweile finden im ANDERS jeden Tag Angebote statt, auch samstags, sonntags, sowie in den Ferien. Mehrmals im Jahr führen wir an den Abenden sozio-kulturelle Veranstaltungen durch, zu denen teilweise mehr als 150 Besucher kommen.

Schwitzen statt Sitzen

„Kann ich bei euch Sozialstunden machen? Sonst muss ich in den Knast!“ Mit dieser „Bitte“ kommen viele Teilnehmer das erste Mal zu uns ins ANDERS.

“Schwitzen statt Sitzen” heißt das Projekt, das wir in Kooperation mit den Sozialen Diensten der Thüringer Gerichte, dem Verein der Thüringer Bewährungs- und Straffälligenhilfe und dem Jugendamt im Begegnungszentrum ANDERS mit straffälligen Jugendlichen und Erwachsenen durchführen.

Um die Motivation der Teilnehmer zu prüfen, durchlaufen bei uns alle Bewerber ein Aufnahmeverfahren, das mit dem Vorstellungsgespräch beginnt. Hier fragen wir nach der Straftat, nach den Beweggründen und außerdem, wie viele Sozialstunden abgeleistet werden müssen. In der Regel sind das zwischen 100 und 500 Stunden. Wir fragen nach dem sozialen Umfeld, nach Schul- und Ausbildung und dem beruflichen Werdegang. Wir fragen auch nach Träumen und Wünschen. Und wir fragen nach Glauben und ob irgendein Bezug zu Gott und zur Kirche vorhanden ist.

Wir starten alle gemeinsam mit einem kurzen geistlichen Impuls, den wir alltagsbezogen gestalten. Danach erklären wir den Teilnehmern unser Konzept, unsere Regeln und unsere Angebote. Wer zu diesen „Bedingungen“ bereit ist, kann gern bei uns anfangen. Jedem Teilnehmer steht für die Zeit, die er bei uns ist, ein Ansprechpartner zur Seite.

“Bevor ich zum Jesus-Projekt kam, war mein Leben eine Achterbahnfahrt. Es ging mehr runter als rauf. Doch beim Jesus-Projekt fand ich, was ich bis dahin so nicht kannte: Gemeinschaft, Familie, und später auch Zugehörigkeit. Als Langzeitatheist dachte ich, das mit Gott – das gibt es gar nicht! Trotz meiner anfänglichen Skepsis hatte ich Begegnungen mit Gott. Bis zu dem Zeitpunkt war mein Leben bestimmt von Minderwertigkeit und Schuldgefühlen. Mit Jesus bekomme ich Orientierung, Halt und die Leitung, die ich brauche.”

Bernhard Busch, 60

Ansprechpartnerin
Kreativ-Werkstatt

Claudia Russ

c.russ@jesus-projekt-erfurt.de

Kreativ-Werkstatt

Die Werkstatt der Herzen

Was ist das Herz unserer Werkstatt? Unser Anliegen ist es, arbeitslosen und straffällig gewordenen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen. Teilnehmer des “Schwitzen statt Sitzen”-Programms arbeiten überwiegend hier, in der Kreativ-Werkstatt, und leisten ihre Sozialstunden ab. In Zusammenarbeit mit der ARGE bieten wir 1-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose an. Bis zu acht Personen können hier beschäftigt werden. Manche bleiben nur eine Woche, andere hingegen ein bis zwei Jahre. Unter kompetenter Anleitung übertragen wir ihnen leichte handwerkliche Aufgaben. Dank der verschiedenen Aufgabenbereiche und der vielfältigen Produkte können wir einen ausgewogenen und abwechslungsreichen Arbeitstag bieten. Dieser hilft den Teilnehmern, eine geregelte Tagesstruktur zu entwickeln.

Werkstattladen

Im Online-Shop unserer Kreativ-Werkstatt könnt ihr handgefertigte Unikate aus unserer Tagesstätte erwerben. Dort erfahrt ihr mehr über den Herstellungsprozess, die einzelnen Produkte und darüber, wie ihr uns mit eurem Kauf unterstützen könnt.

Ansprechpartner
Beratungsstelle

Andreas Grund

a.grund@jesus-projekt-erfurt.de

Beratungsstelle

Ein Mensch muss nicht sein Leben lang abhängig bleiben – er kann Veränderung erfahren! Weil wir das glauben und selbst erfahren haben, geben wir diese frohe Botschaft weiter.

Seit Ende 2015 haben wir im Begegnungszentrum ANDERS einen eigenen Beratungsraum, um mit den Teilnehmern Gespräche im vertraulichen Rahmen führen zu können. Dazu gehört auch die Vermittlung und Begleitung unserer Klienten in Entgiftungsstationen und Therapieeinrichtungen. Wir freuen uns über jeden, der es schafft, sein Leben wieder selbstständig und eigenverantwortlich zu gestalten.

Im Beratungsraum finden auch die Dienstgespräche der Intervisionsgruppe statt. Einmal wöchentlich treffen sich die Mitarbeiter der Tagesstätte, um über Neuaufnahmen zu beraten, um sich über die Entwicklungen der Teilnehmer auszutauschen und um die Abläufe der Tagesstätte zu organisieren.

Ansprechpartnerin
Hauswirtschaft

Josefin Piehler

j.piehler@jesus-projekt-erfurt.de

Hauswirtschaft

Kochen, Waschen, Putzen

Die Küche ist “die Mutter” unserer Angebote. Hilfsbedürftige Menschen haben wir schon zum Essen eingeladen, als es das ANDERS noch gar nicht gab. Wir haben die Gäste einfach zu uns nach Hause eingeladen und gemeinsam mit ihnen zu Mittag gegessen. Unser Begegnungszentrum ANDERS haben wir erst viel später angemietet, weil es einfach zu viele wurden. Man kann sagen, dass mit dem Essen eigentlich alles anfing.

Jeden Tag kochen und essen wir gemeinsam. Weil wir regelmäßig von der Erfurter Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden, gibt es immer eine Menge zu schnippeln, zu braten und zu backen. Im letzten Jahr konnten wir über 5.000 Essensportionen zubereiten, davon entfielen 1.600 aufs Promi-Essen und 1.800 auf unseren Kinderbreich bärenstark.

Zu den Aufgaben der Hauswirtschaft zählen auch das Vorbereiten der Kaffeepause, das Eindecken der Mittagstische, sowie Reinigung und Hauswäsche.