Streetwork

verändert leben

“Schaden kann es ja nicht, dachte ich mir – Bernhard, 58 Jahre, krebskrank, vor zwei Jahren – als ich nach der Diagnose in meiner Verzweiflung all meinen Mut zusammennahm und Gott (mit dem ich bis dahin wirklich nichts am Hut hatte) einfach mal fragte: ‘Warum ich? Was habe ich getan, dass du mich strafst?’ In dem Moment ließ Gott mein Leben, das bis zu diesem Zeitpunkt alles andere als christlich war, wie in einem Film an mir vorbeiziehen. Meinem Vater hatte ich auch Unrecht getan. Plötzlich hörte ich mich sagen: ‘Verzeihe mir Papa!’. Sofort schlief ich friedlich ein. Kurze Zeit später lernte ich das Jesus-Projekt kennen, Schritt für Schritt kam ich Jesus näher. Andreas Grund lernte ich beim Mittagessen im ANDERS kennen. Er besuchte mich zu Hause und half mir dabei, eine persönliche Entscheidung für Jesus zu treffen. Seit diesem Tag sind meine Ängste vor dem Tod verschwunden, da ich weiß: Wenn die Zeit hier ‘rum ist, bin ich bei ‘Ihm’ in guten Händen. Eine große Freude ist es mir, anderen die Worte Gottes näher zu bringen. Für die Zukunft wünsche ich mir ein paar Wunder: Befreiung vom Rauchen und Heilung meiner Lunge.”

Bernhard Busch

Ein Leben ohne Gott ist möglich, aber sinnlos.

Ansprechpartner
Erpobungsraum

Stefan Barwe

Stefan Barwe

s.barwe@jesus-projekt-erfurt.de

Das Jesus-Projekt als Erprobungsraum

“Was zunächst ein wenig trocken klingen mag, ist unsere Chance, neu Gemeinde denken.”

Wir sind stolz darauf, seit Ende 2016 den Titel “Beispielhafter Erprobungsraum” tragen zu dürfen. Für 5 Jahre gehören wir zu 13 verschiedenen Projekten, die von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) begleitet und gefördert werden, um neue Ansätze für Kirche und Gemeindebau zu entwickeln. Das Konzept der Erprobungsräume orientiert sich an der Fresh-X (Fresh Expressions of Church) Gemeindebewegung, welche seit 2004 von England ausgehend versucht, neu zu definieren, was Kirche eigentlich ist.

Alltagstaugliches Glaubensleben den Menschen in ihrem Wohngebiet und Milieu nahezubringen, ist genau unser Ansatz. Stefan Barwe, Andreas Grund und Jochen Erlmeier bilden das neue Erprobungsraum-Team. Wir schufen hier keinen neuen Arbeitsbereich, sondern der Erprobungsraum umfasst und durchwirkt alle bereits bestehenden Bereiche.

  • Wir vernetzen die geistlichen Angebote im Jesus-Projekt inhaltlich, um die Zielgruppe besser mit Werten und Glaubensinhalten zu erreichen.
  • Wir bieten innerhalb der sozialen Angebote der Tagesstätte verstärkt seelsorgerliche Beratung an.
  • Wir fördern insbesondere die aufsuchende Sozialarbeit: Streetwork, Hausbesuche, Sozialbegleitung und -beratung.
  • Wir erproben neue Ideen: zum einen, um Anwohner niederschwellig einzuladen, zum anderen, um am Glauben Interessierte zu sammeln.

In den kommenden fünf Jahren wollen wir …

  • für die Bewohner am Roten Berg Brücken bauen – zu einem persönlichen Leben mit Gott.
  • Formen des geistlichen Miteinanders finden, die der Kultur und dem Milieu unserer Umgebung entgegenkommen, so dass Menschen hier ihre eigene „Kirche bauen“.

“Ein Erprobungsraum ist ein Raum, in dem eine “andere, neue Form von Kirche” erprobt wird.

Erproben heißt:

  • Überlegen, wie Kirche anders funktionieren kann, weil wir an vielen Stellen der EKM spüren: Bisher Bewährtes kommt an seine Grenzen. Statt nur dem Vergehenden nachzuhängen, fragen wir: Was ist jetzt dran? Was hilft in der Zukunft?
  • Testen von Modellen für Situationen, die zunehmen werden. Zum Beispiel Kirche in Gebieten (a) mit wenigen oder keinen hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeitern (Land); oder (b) mit einer extrem geringen Kirchlichkeit (Plattenbaugebiete)
  • Gemeinsam experimentieren. Neues wird nicht in der Theorie an einem Schreibtisch erdacht, sondern entsteht vor Ort mit den betreffenden Menschen zusammen.
  • Lernen. Wo ausprobiert wird, geht auch manches schief. Scheitern, Fehler und Sackgassen sind dabei hilfreiche Lernerfahrungen – für uns und für andere. Natürlich auch das, was gelingt.”

Quelle: http://www.erprobungsraeume-ekm.de/

Ansprechpartner
Promi-Essen und
ANDERS-Tours

Andreas Grund

a.grund@jesus-projekt-erfurt.de

Promi-Essen

“Promi-Essen. Was ist das eigentlich? Kommt das von Promille?”

Promi-Essen, das ist die wöchentliche Ausgabe einer warmen Mittagsmahlzeit an die Prominenten des Roten Bergs. Man kennt sie, denn sie gehören zur Kulisse unseres Stadtviertels wie der Eiffelturm zu Paris. Sie sind bekannt (prominent) bei den Bewohnern, aber sie sind vor allem bekannt (prominent) und besonders beliebt bei Gott. Schätze in seinen Augen. – Das wollen wir ihnen schmackhaft machen. Das Promi-Essen stellt für viele den ersten Kontakt zum Jesus-Projekt her. “Komm da mal mit hin. Da gibt´s was zu essen und gute Gemeinschaft. Die hören dir zu.” Nicht selten ergibt sich aus diesem ersten Ma(h)l ein langfristiges Wiedersehen.

Promi-Essen gibt es derzeit jeden Montag um 12:30 Uhr in unserem Begegnungszentrum (Alfred-Delp-Ring 77/78, 99087 Erfurt).

Anders-Tours

“Nicht einsam, sondern gemeinsam“

Jeden Montag nach dem Promi-Essen geht’s auf Tour. Raus aus der Platte, hinaus ins Land. Wir sind unterwegs, um Schönes zu sehen und Kultur zu erleben, für jeden ist was dabei. Natürlich gibt’s auch Kaffee und Kuchen, das darf nicht fehlen.

Auf die Frage, „Was schätzt Ihr besonders an unseren Ausflügen?“, kommt wie aus einem Munde: „Das Miteinander.“ So gilt auch weiterhin: „Nicht einsam, sondern gemeinsam!“ Einmal von den Alpen bis zur Nordsee und zurück – auf etwa so vielen Kilometern hat der blaue VW-Bus schon seine Reifenabdrücke hinterlassen. Allerdings auf den Straßen in Erfurt und um Erfurt herum – vom Petersberg zur Schwellenburg über Mühlhausen, Weimar und den Drei Gleichen und immer zurück zum Alfred-Delp-Ring. Die kostbare Fracht: bis zu neun Menschen und bis zu zwei weitere Autos in der Kolonne. Der Spruch „Nirgendwo lernt man sich besser kennen als beim gemeinsamen Reisen“, kann jeden Montag erfahren werden. Da sind bereits gute Bekannte an Bord, andere haben erst durch ANDERS-Tours zu gemeinsamen Berührungspunkten gefunden.

Wo jeder seine ganz eigenen Herausforderungen und Freuden der Woche mitbringt, treffen unterschiedliche Welten aufeinander. Das gemeinsame Ausflugs-Erlebnis erschafft eine Gemeinsamkeit, auf die sich bauen lässt – es entsteht ein „Wir“. So möchten wir nicht nur auf dem Asphalt unsere Abdrücke hinterlassen, sondern auch unsere Herzen voneinander prägen lassen.

Treff für ANDERS-Tours ist jeden Montag 13:00 Uhr am Begegnungszentrum ANDERS (Alfred-Delp-Ring 77/78, 99087 Erfurt).

Ansprechpartner
Kaffee in Gemeinschaft

Stefan Barwe

Stefan Barwe

s.barwe@jesus-projekt-erfurt.de

Kaffee in Gemeinschaft

“Unser erstes Projekt außerhalb des Roten Bergs.”

Seit Mai 2015 kommen jeden Dienstag vor allem Bewohner des Herrenbergs (Stadtteil des Erfurter Südostens) ins “Kaffee in Gemeinschaft”. Alle, die einsam oder zweisam, krank oder gesund, traurig oder fröhlich sind, kommen zu uns auf einen Kaffee und kleinen Imbiss, vor allen Dingen aber, um das WIR zu erleben: Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose, Bürger der ehemaligen Sowjetunion, Alleinerziehende oder Einsame werden von einem Team der International Mission Church”, der Netzwerk Gemeinde Erfurt“ und dem „Jesus-Projekt“ betreut.

Seit Bestehen des Cafés sind Gäste und Team zusammengewachsen. Viele Einzelgespräche über Vergangenheit und Zukunft, gegenseitige Hilfeleistungen bei Umzügen und Renovierungen, Austausch von überschüssigen Haushaltsgegenständen, Hilfe bei Transporten, Vermittlung von lebensnotwendigen Informationen, Vermittlung von Arbeitsstellen und Wohnraum sind Ergebnisse eines guten Zusammenwirkens.

Jeden Dienstag von 10 bis 14 Uhr findet das “Kaffee in Gemeinschaft” im STZ am Herrenberg (Stielerstraße 3, 99099 Erfurt ) statt. 

Ansprechpartner
Aufsuchende Sozialarbeit

Andreas Grund

a.grund@jesus-projekt-erfurt.de

Aufsuchende Sozialarbeit

“Was hat ein Seestern mit Streetwork am Roten Berg gemeinsam?“

Nach einem Sturm liegen tausende Seesterne am Strand. Ein Mann hebt einen nach dem anderen auf und wirft ihn zurück ins Meer. “Das schaffen Sie nie, alle Seesterne wieder ins Meer zu werfen”, meint ein vorbeigehender Spaziergänger kopfschüttelnd. “Stimmt”, sagt der Mann, bückt sich, hebt einen auf, und als er diesen wieder hinaus ins Meer wirft, sagt er mit fester Stimme: “Aber für diesen einen hat es sich gelohnt!” 

Der Auftrag unserer aufsuchenden Sozialarbeit ist, die Einzelne und den Einzelnen im Blick zu behalten. Hilfsbedürftige Menschen besuchen wir zu Hause, im Krankenhaus, auf Entgiftungsstationen für Alkohol- und Drogenabhängige und nicht selten in Gefängnissen. Egal, wo es ist und wie kaputt ein Leben scheint – wir wollen Mut machen und Hoffnung bringen. Daneben helfen wir bei ganz praktischen Dingen wie zum Beispiel beim Putzen, Einkaufen und Auf-den-Hund-aufpassen.